George Crumb: Apparition; Richard Strauss: Die Nacht op. 10 Nr. 3 +  Die Zeitlose op. 10 Nr. 7 + Nachtgang op. 29 Nr. 3 + Geduld op. 10 Nr. 5 + Morgen op. 27 Nr. 4; Franz Schubert: Nacht und Träume D 827 + Der Tod und das Mädchen D 531 + Die junge Nonne D 828 + Die Allmacht D 852 + Du bist die Ruh D 776. Nina Bezu, Sopran, Matthias Alteheld, Klavier; # Schweizer Fonogramm; Aufnahme 03.2024, Veröffentlichung 14.02.2025 (60’06) - Rezension von Guy Engels ** (For English please scroll down)

Als studierte Mathematikerin und Philosophin kennt sich Nina Bezu bestens mit beiden Seiten des Lebens aus: der streng rationalen und der transzendenten. Um das Irdische und das Überweltliche geht es in ihrem Album ‘Überweltlich’. Dieser neutrale Terminus schließt sowohl die sakrale Dimension als auch die nicht-religiöse Interpretation des Begriffes ein. Gemeinsam ist beiden, dass hauptsächlich die Nacht in den Texten als Übergangsmoment zwischen beiden Welten im Vordergrund steht.

In Georges Crumbs Apparition nimmt sie stellenweise schreckhafte Züge an, zeigt sich aber auch von ihrer lieblichen Seite, als Zeit, die in ein friedvolleres, behütendes Dasein führen kann.

Nina Bezu interpretiert Crumbs Zyklus wunderbar kontrastreich, mit starken Emotionen, die ständig zwischen nahezu unbeherrschter Erschütterung und tröstendem Seelenfrieden schwankt. Großen Anteil an dieser ergreifenden Darbietung hat Matthias Alteheld am Klavier, der die weiten Spannungsbögen wesentlich mitgestaltet.

Mitgestalter, nicht bloß Begleiter, ist Matthias Altheld auch in den Liedern von Richard Strauss und Franz Schubert. Auch hier haben beide Musiker eine klare Dramaturgie entwickelt, die sie mit Engagement und Feinsinn für die Lyrik sehr authentisch umsetzen.

Nina Bezu überzeugt mit ihrer reichen stimmlichen Farbpalette, den bruchlosen Übergängen in die unterschiedlichsten Register, ohne je aufgesetzt oder überdramatisierend zu klingen. Matthias Alteheld ergänzt diese atmosphärische Dichte mit seinem nuancierten Spiel im ständigen ideellen Austausch mit Nina Bezu.

As a trained mathematician and philosopher, Nina Bezu is very familiar with both sides of life: the strictly rational and the transcendental. Her album ‘Überweltlich’ is about the earthly and the transcendental. This neutral term encompasses both the sacred dimension and the non-religious interpretation of the term. What both have in common is that the lyrics focus on the night as a moment of transition between the two worlds.

In Georges Crumb’s Apparition, it takes on frightening features at times, but also shows its sweet side as a time that can lead to a more peaceful, sheltered existence.

Nina Bezu’s interpretation of Crumb’s cycle is wonderfully rich in contrast, with strong emotions that constantly oscillate between almost unrestrained shock and comforting peace of mind. Matthias Alteheld at the piano plays a major role in this moving performance, helping to shape the broad arcs of tension.

Matthias Alteheld is also a committed performer, not just an accompanist, in the songs of Richard Strauss and Franz Schubert. Here, too, the two musicians have developed a clear dramaturgy, which they realize very authentically with commitment and sensitivity for the poetry.

Nina Bezu impresses with her rich vocal palette and seamless transitions into the most diverse registers, without ever sounding artificial or overdramatic. Matthias Alteheld complements this atmospheric density with his nuanced acting in a constant exchange of ideas with Nina Bezu.

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