
Der Geiger James Ehnes veröffentlicht zusammen mit diversen Solisten und dem Orchestre du Centre national des Arts, Ottawa, Kanada, als Gesamtaufnahme acht Konzerte mit Violine von Johann Sebastian Bach. Dabei sind die klassischen Werke in a Moll bzw. in E-Dur für eine Solovioline sowie die Doppelkonzerte für zwei Violinen in d-Moll und das Werk für Oboe und Violine, hier in c-Moll, nicht wie früher meist in d-Moll, zu hören. Dazu kommen weitere wie das Werk für drei Violinen und eines für Flöte, Violine und Cembalo und zwei weitere für nur eine Solovioline. So ist das in d-Moll BWV 1052R eine Rückübertragung eines nur für ein solistisches Cembalo überlieferten Konzertes.
Alle Beteiligten, Ehnes voran, bieten fein ausgehorchte Interpretationen dieser Konzerte an. Mit ihrer ungekünstelten spielfreudigen Herangehensweise vermitteln sie intensive und intuitive Einsichten. So lassen sich auch Gedanken spinnen, dass das Konzert BWV 1044 in der Besetzung mit den Soloinstrumenten Flöte, Violine und Cembalo als eine Vorarbeit für das fünfte Brandenburgische Konzert gehört werden kann.
In der Tempogestaltung bieten sie gut dosierte Deutungen an, die in den schnellen Ecksätzen den Elan und die Freude hurtig, aber nicht überdreht solistisch vermitteln. In den langsamen Mittelsätzen dagegen geben sie ihren Ansätzen die Ruhe und Detailgestaltungsfreude, die den besonderen Charakter dieser Mittelteile bestens beleuchtet. Lediglich der langsame Satz des a-Moll Konzertes BWV 1041 ist sehr langsam geraten, so dass das Andante eher zu einem Schlendern mutiert ist.
Alles über alles zeugen die Einspielungen davon, dass hier mit starker Zuwendung im Sinne der Musik und geschicktem Zugriff in die Welt der Violinkonzerte von Bach nicht nur eingeführt, sondern in sie verführt werden soll. Die weiteren Solisten aus dem Orchester stehen in ihrer Hinwendung dem Solisten in nichts nach und zeigen sich als versierte Musiker.
The violinist James Ehnes, together with various soloists and L’Orchestre du Centre national des Arts, Ottawa, Canada, is releasing a complete recording of eight concertos with violin by Johann Sebastian Bach. These include the classical works in A minor and E major for a solo violin as well as the double concertos for two violins in D minor and the work for oboe and violin, here in C minor, not D minor as was often heard in the past. There are others such as the work for three violins and one for flute, violin and harpsichord and two others for just one solo violin. The one in D minor BWV 1052R, for example, is a retranscription of a concerto that has only survived for a solo harpsichord.
All participants, with Ehnes leading the way, offer finely tuned interpretations of these concertos. With their unaffected, playful approach, they convey intense and intuitive insights. This also suggests that the Concerto BWV 1044 with the solo instruments flute, violin and harpsichord can be heard as a preparatory work for the Fifth Brandenburg Concerto.
In terms of tempo, they offer well-balanced interpretations which convey the verve and joy in the fast outer movements in a hurried but not over-excited soloistic manner. In the slow middle movements, on the other hand, they give their approaches the calm and attention to detail that best illuminates the special character of these middle sections. Only the slow movement of the A minor Concerto BWV 1041 is very slow, so that the Andante has mutated into more of a stroll.
All in all, the recordings bear witness to the fact that the aim here is not only to introduce listeners to Bach’s violin concertos, but to seduce them into them with a strong dedication to the music and a skillful approach. The other soloists from L’Orchestre du Centre national des Arts are in no way inferior to the soloist in their dedication and show themselves to be accomplished musicians.