
Wir schätzen Dorothee Mields und ihren natürlichen, ungekünstelten Gesang eigentlich sehr. Sie singt mit viel Charme, Authentizität und wenn nötig auch Virtuosität. Diese Eigenschaften blühen auch in den drei Bach-Kantaten ‘Ich bin mir vergnügt’, ‘Mein Herze schwimmt im Blut’, ‘Alles mit Gott und nichts ohn’ ihn’ prachtvoll auf. Allerdings geschieht dies hier zu protestantisch-nüchtern. ‘Mein Herze schwimmt im Blut/weil mich der Sünden Brut … zum Ungeheuer macht’ – dieser Text fordert geradezu Affekt und Dramatik, insbesondere wenn man den erlösenden Schluss der Kantate im Blick hat: ‘Wie freudig ist mein Herz’. Hier und an anderen Stellen wären weniger Zurückhaltung, mehr Mut zum Gefühl, zur Seelenschau durchaus erlaubt gewesen.