Ludwig van Beethoven: Septett Es-Dur op.20 - Conradin Kreutzer: Grand Septett Es-Dur op. 62; Sebastian Manz, Klarinette, Theo Plath, Fagott, Felix Klieser, Horn, Franziska Hölscher, Violine, Haesue Lee, Viola, Andrei Ionita, Cello, Dominik Wagner Kontrabass; # Cavi 867306; Aufnahme 07.2024; Veröffentlichung 04.04.2025 (76'45) – Rezension von Uwe Krusch ** (For English please scroll down)

Die beiden Septette von Beethoven und Kreutzer haben die gleiche Besetzung, stehen in Es-Dur und weisen jeweils sechs Sätze auf, die auch gewisse Ähnlichkeiten haben. Und dann gibt es, auch wenn Kreutzer das ein Vierteljahrhundert früher entstandene Werk des Kollegen als Vorbild hatte, deutliche Unterschiede. Etwa im vierten Satz, bei Kreutzer ein kurzes Andante maestoso, bei Beethoven ein Variationssatz. Und im Finale mag man bei Kreutzer den Charme einer Oper, vielleicht sogar Rossini hören, wo bei Beethoven ein ausgelassener Finalsatz die Lyrik eines Rheinliedes nahebringt.

Das Serenadenhafte ist in beiden Stücken nicht fern, aber eher am Rande zu hören. Das Geflecht ist bei beiden kompositorisch so stark wie bei einer Symphonie. War die Form und Art bei Beethoven noch experimentell, so konnte Kreutzer eben auf dieses Vorbild zurückgreifen.

Die Geigerin Franziska Hölscher musste, wie alle, in der Pandemie mit den Umständen fertig werden. Andererseits hatte sie auch die Zeit, sich dem lange gehegten Wunsch zu nähern, das Septett von Beethoven zu spielen. Dazu tat sie sich allen voran mit dem Klarinettisten Sebastian Manz zusammen. Diese Achse brachte die hochkarätigen Musiker zusammen, die diese Einspielung realisierten. Bei diesem Projekt, das sie auch in Konzerten umsetzten, kam die Idee der Einspielung. Dazu wollten sie ein weiteres Stück ergänzen und das im Vergleich kaum zu hörende Septett von Kreutzer bot sich wegen der vorgenannten Merkmale dazu an.

In der Ruhe und Konzentration der Situation erreichten sie ein ebenso ungezwungenes wie konzentriertes Zusammenwirken. Diese hochkarätigen Solisten formen eine so homogen wie in jeder Stimme auch solistisch hervortretende Gemeinschaft. Dabei bot sich ihnen auch die Möglichkeit, die im Detail weniger deutlich ausformulierte Partitur des Septetts von Kreutzer passend mit interpretatorischem Leben zu füllen.

Damit liegt eine höchst beeindruckende Aufnahme dieser beiden so ähnlichen und doch auch so verschiedenen Septette vor, da die Musiker zu einer verschworenen Einheit verschmolzen sind. Sie bilden eine höchst intensiv agierende wie auch mit Leichtigkeit spielende Gruppe, die gestalterische Tiefe mit lustvoller Spielfreude kombiniert.

The two septets by Beethoven and Kreutzer have the same instrumentation, are in E flat major and each have six movements, which also have certain similarities. And then there are clear differences, even though Kreutzer used his colleague’s work, written a quarter of a century earlier, as a model. In the fourth movement, for example, Kreutzer’s is a short Andante maestoso, while Beethoven’s is a variation movement. And in Kreutzer’s finale, one may hear the charm of an opera, perhaps even Rossini, whereas Beethoven’s exuberant final movement evokes the lyricism of a Rhine song. The serenade-like quality is not far away in either piece, but can rather be heard on the fringes. The interweaving is as strong in both compositions as in a symphony. While Beethoven’s form and style were still experimental, Kreutzer was able to fall back on this model.

Like everyone else, violinist Franziska Hölscher had to cope with the circumstances during the pandemic. On the other hand, she also had the time to pursue her long-held wish to play Beethoven’s Septet. To this end, she teamed up with clarinettist Sebastian Manz. This partnership brought together the top-class musicians who realized this recording. It was during this project, which they also performed in concerts, that the idea for the recording was born. They wanted to add another piece, and Kreutzer’s Septet, which is almost unheard in comparison, was the obvious choice due to the aforementioned characteristics.

In the calm and concentration of the situation, they achieved an equally relaxed and concentrated interaction. These top-class soloists form a community that is as homogeneous as it is soloistic in every part. This also gave them the opportunity to fill the less clearly formulated score of Kreutzer’s septet with interpretative life.

The result is a highly impressive recording of these two septets, which are so similar and yet so different, as the musicians have merged into a conspiratorial unit. They form a group that performs with great intensity and ease, combining creative depth with joyful playing.

  • Pizzicato

  • Archives